Aktuell müssen Online-Dialoge Bürgerversammlungen ersetzen

In einem aktuell erschienen Interview auf „Treffpunkt Kommune“, äußerte sich Kommunikationsexperte Jürgen Scheurer zu Problemen und Chancen des kommunalen Bürgerdialogs in Zeiten der Corona-Krise. Treffpunkt Kommune ist das Serviceportal von „der gemeinderat“, einer Fachzeitschrift für Entscheidungsträger in Kommunalpolitik, Kommunalverwaltungen und kommunalen Unternehmen.

Kommunikationsexperte Jürgen Scheurer im Interview

Der Informationsbedarf der Bürger in der Corona-Krise sei groß, daher sei die Frage, wie die Kommunen die Bürger sicher erreichen könnten, fragte Chefredakteur Wolfram Markus den Geschäftsführer der Diskurs Communication GmbH. In der aktuellen Situation müssten Bürgerdialoge und Bürgerversammlungen über digitale Plattformen abgebildet werden, forderte Jürgen Scheurer im Interview mit dem Journalisten.  

Der Informations- und Kommunikationsbedarf bei den Bürgern sei derzeit deutlich höher  als sonst und notwendige Diskussionen sollten nicht verschoben werden und schon gar nicht wegfallen. Die Kommunen hätten viele Themen auf der Agenda, die mit den Bürgern erörtert werden müssten. Derzeit fielen jedoch Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen aus, was dazu führe, dass viele Entscheidungen nicht diskutiert und getroffen werden könnten. Nun würden einige Kommunen von den Versäumnissen der Vergangenheit in Bezug auf die Digitalisierung eingeholt. Derzeit seien viele Kommunen nicht richtig handlungs- und beschlussfähig.  

Das Zurückgreifen auf bestehende soziale Netzwerke sei für einen fokussierten Dialog keine Alternative, da es sich hierbei um Werbeplattformen und nicht um Medien handeln würde. Hinzu kämen die teilweise bedenkliche Tonalität in den Netzwerken und datenschutzrechtliche Bedenken. 

Jetzt in der Krise ließen sich Erfahrungen mit digitalen Plattformen machen, die für die Zeit danach nützen. Die beste Bürgerbeteiligung bestünde aus der Kombination von digitalen und klassischen Formaten. Digitale Bürgerdialog-Plattformen würden Verwaltung erlauben, deutlich mehr Bürger zu erreichen und zu beteiligen als dies die Bürgerversammlung in der Gemeindehalle könne.  

Professionelle Bürgerdialogplattform mit Funktionen, wie sie beispielsweise direktzu® biete, könnten kommunale Prozesse vereinfachen und strukturieren. Normalerweise müssten bei Bürgerversammlungen alle Vorschläge protokolliert, geclustert, bewertet und dann weiterbearbeitet werden. Auf direktzu® würden alle eingehenden Beiträge auf Einhaltung der Dialogregeln geprüft, thematisch sortiert und könnten von den Bürgern selbst priorisiert werden, indem sie mit ihrer Stimme das Anliegen eines anderen unterstützten. Doppelte Beiträge würden über einen Redundanzfilter ausgeschlossen. So entstünde ein strukturierter, qualifizierter und sehr ressourcenschonender Dialog zwischen Bürger und kommunaler Verwaltung. 

Die wichtigste Voraussetzung sei allerdings der Wille zu einer offenen und transparenten Kommunikation und einem echten Dialog mit den Bürgern seitens der kommunalen Verwaltung. 

Das gesamte Interview kann hier im Wortlaut nachgelesen werden.  

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